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Internationaler Vergleich Deutsche sind sportlicher als der EU-Schnitt

Was Bewegung angeht, eignen sich die Deutschen europaweit als Vorbild. Bei der Ernährung hingegen sieht es deutlich schlechter aus - in einem Bereich bilden deutsche Männer sogar das EU-Schlusslicht.


Sie bewegen sich gerne, trinken aber zu viel Alkohol und meiden Gemüse: Dieses Bild zeichnet eine aktuelle Studie des Robert Koch-Instituts (RKI) von den Menschen in Deutschland. Für die Untersuchung hatten Experten Informationen zum Gesundheitsverhalten in den EU-Ländern verglichen.

 

Als Basis für die Analyse diente die GEDA-Studie, bei der RKI-Forscher regelmäßig Daten von mehr als 20.000 Teilnehmern sammeln und analysieren. Die Ergebnisse basieren zum Großteil auf Befragungen. Ob sich die Menschen tatsächlich so verhalten, wie sie angeben, konnten die Forscher nicht überprüfen.

Den Ergebnissen zufolge erreichen hierzulande knapp die Hälfte der Frauen und etwas mehr als die Hälfte der Männer das Ziel, mindestens 150 Minuten pro Woche mäßig anstrengenden Ausdauersport zu betreiben. Darunter fallen beispielsweise Radfahren, Joggen oder Fußballspielen. Im EU-Durchschnitt hingegen gelingt es nur rund einem Viertel der Frauen und einem Drittel der Männer, diese Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu erfüllen.

Beim täglichen Obstkonsum hingegen liegen die Bundesbürger im EU-Vergleich im hinteren Drittel. Im EU-Durchschnitt essen der Auswertung zufolge knapp 62 Prozent der Frauen mindestens täglich Obst, in Deutschland sind es nur 56 Prozent. Bei den Männern kommen EU-weit rund 49 Prozent auf eine Obstportion pro Tag, in Deutschland nur 39 Prozent.

Noch schlechter sieht es beim täglichen Gemüseverzehr aus. Im EU-Vergleich belegen die deutschen Männer den Daten zufolge den letzten Platz: Nur 25,3 Prozent berichten, täglich Gemüse oder Salat zu essen. Die deutschen Frauen hingegen kommen mit 42,5 Prozent täglichen Gemüseesserinnen EU-weit nur auf den viertletzten Platz. Eigentlich sollten Erwachsene der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zufolge jeden Tag fünf Portionen Obst und Gemüse verzehren - davon im Optimalfall nur zwei Portionen Banane und Co. und drei Portionen Paprika und Co..

Auch beim Rauschtrinken eignen sich die Bewohner Deutschlands nicht als Vorbilder. Im EU-Durchschnitt trinken rund zwölf Prozent der Frauen und 28 Prozent der Männern mindestens einmal pro Monat relativ große Mengen Alkohol. In Deutschland sind es mit rund 24 Prozent der Frauen und 42 Prozent der Männer deutlich mehr. Als Rauschtrinken werteten die Forscher Ereignisse, bei denen jemand mindestens 60 Gramm Alkohol konsumiert. Diese Menge steckt beispielsweise in rund 1,5 Litern Bier oder 0,6 Litern Wein (bei elf Volumen-Prozent).

Der Raucheranteil hingegen liegt in Deutschland relativ nah am EU-Durchschnitt. Hierzulande raucht knapp jede fünfte Frau und rund jeder vierte Mann. Auch im Hinblick auf Übergewicht stehen die Deutschen ebenfalls nur etwas schlechter da als der EU-Schnitt. Das bedeutet jedoch nicht, dass damit kein Problem verbunden ist: Mit etwas mehr als 16 Prozent stark Übergewichtigen fordert Fettleibigkeit das Gesundheitssystem auch in Deutschland zunehmend heraus.

irb/AFP