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Trigeminusneuralgie – für Betroffene bedeutet dies heftigste einseitige Gesichtsschmerzen. Nicht selten geht es mit depressiven Verstimmungen einher. Chiropraktische Interventionen versprechen schnelle Hilfe ohne Nebenwirkungen. Experten kritisieren diese Methode.

Das Öffnen des Mundes beim Essen und Sprechen, ja selbst die zufällige Berührung eines bestimmten Gesichtsbereiches genügt, um Schmerzen auszulösen, die zu den Stärksten zählen, die man sich vorstellen kann. Diese Attacken können bis zu zwei Minuten dauern und bis zu hundert Mal am Tag auftreten. Oft treten die Schmerzen ohne Vorwarnung auf, manchmal kündigen sie sich mit Brennen, Jucken und Spannungsgefühl im Gesicht an. Zwischen diesen Attacken sind die Betroffenen jedoch beschwerdefrei. Diese sog. Remissionsphasen können Monate oder Jahre andauern. Allerdings wird diese schmerzfreie Zeit häufig umso kürzer, je länger die Erkrankung dauert.

Diese attackenförmige, „klassische“ Trigeminusneuralgie wird nicht durch Gehirntumore, multiple Sklerose oder einen Schlaganfall ausgelöst, wie manch andere Formen von Gesichtsschmerzen. Vermutet wird, dass die Schmerzen einer „klassischen“ Trigeminusneuralgie entstehen, wenn Blutgefäße mit dem Nerv direkten Kontakt haben und auf diesen Druck ausüben. Dies schädigt die Myelinscheide, die den Nerv umhüllt.

Laut Prof. Dr. Steffen Rosahl, einer von zwei im Kollegialsystem arbeitenden Chefärzten der Neurochirurgie des Helios Klinikums Erfurt, ist Druck wahrscheinlich nicht notwendig, um eine „klassische“ Trigeminusneuralgie auszulösen. „Ihr liegt vielmehr ein Konflikt zwischen Blutgefäßen und dem Trigeminusnerv zu Grunde, genau am Hirnstamm, also dort, wo die schützende Myelinscheide den Nerven noch nicht vollständig umhüllt“. Zwischen Nerv und Gefäß bestehe wahrscheinlich eine Verbindung, bei der es zu einem direkten Überspringen einer elektrischen Erregung komme.

Medikamentöse Therapie ist Goldener Standard

Mittel der Wahl zur Behandlung „klassischer“ Trigeminusschmerzen sind Antikonvulsiva, vor allem Carbamazepin und Oxcarbazepin. „Die Behandlung stellt einen immer dann vor Probleme, wenn im höheren Alter hohe Antiepileptikaspiegel erforderlich werden und bei den Betroffenen Nebenwirkungen wie Benommenheit, Gleichgewichtsstörungen und Hyponatriämien auftreten. Ansonsten ist die Behandlung der Trigeminusneuralgie heute standardisiert und hocheffektiv,“ so Dr. Axel Heinze, Leitender Oberarzt der Schmerzklinik Kiel. Und für den Fall, dass die Medikamente nicht (mehr) wirken oder die Nebenwirkungen zu gravierend sind, können auch Operationen (z. B. mikrovaskuläre Kompression nach Janetta) in Betracht gezogen werden – so die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie.

Allerdings wurde die deutsche Leitlinie – auch 40 Jahre nachdem Peter Janetta seinen ursächlichen Beitrag zu dem Krankheitsbild für die Welt veröffentlicht hat – immer noch ohne Beteiligung von Neurochirurgen erstellt. „Das ist schade, weil die offiziellen Empfehlungen für die Patienten Leidpotenzial beinhalten, welches vermeidbar ist,“ gibt Steffen Rosahl zu Bedenken.

Seiner Meinung nach sollte man die klassische Trigeminusneuralgie – wie alle Erkrankungen, bei denen das möglich ist – primär ursächlich behandeln. „Der mikrovaskuläre Konflikt, der zu einer Ephapse, d.h. einer fehlerhaften elektrischen Übertragung zwischen Gefäß und Trigeminus, führt, sollte mikrochirurgisch beseitigt werden. Bei einer „klassischen“ Trigeminusneuralgie liegt die Erfolgsrate bei über 90 Prozent. Die Schmerzen verschwinden bereits am OP-Tag, Medikamente sind dann nicht mehr erforderlich“, so Steffen Rosahl weiter.

Therapieversagen habe häufig eine Fehldiagnose zur Ursache und bei Patienten mit multipler Sklerose sei die Erfolgsrate dramatisch geringer. Kommt eine Operation nicht infrage, könne auch eine (zerstörende) radiochirurgische Behandlung eine Option sein, perkutane Verfahren am und im Ganglion Gasseri seien bei der „klassischen“ Trigeminusneuralgie allerdings nicht mehr indiziert.

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Konflikt zwischen der Arteria cerebelli superior und dem Nervus trigeminus. Die Arterie wird mit einem Mikrohäkchen vom Nerv abgeschoben. Dann wird ein Röllchen aus Teflonwatte zwischen Nerv und Arterie geschoben. © S. Rosahl

Chiropraktik auch bei Trigeminusneuralgie?

Doch immer wieder erleben es Ärzte, dass Patienten nach Alternativen suchen. Denn jede Operation birgt das Risiko von Komplikationen und jedes Medikament hat Nebenwirkungen. Häufig kommt dann das Thema auf die Chiropraktik. Auch Artikel zum diesem Thema wecken bei den Betroffenen Hoffnung. Laut einer Veröffentlichung in dem Magazin der gemeinnützigen Organisation „Facial Pain Association“ sollen Patienten in wenigen Sitzungen schmerzfrei werden – und das ohne Komplikationsrisiko und ohne unerwünschte Wirkungen.

Die Erklärung: Erschütterungstraumen des Kopfes, Nackens sowie des oberen Rückens können die Position und Ausrichtung der obersten drei Halswirbel – insbesondere des Atlases – verändern. Nahezu alle Informationen, die vom Gehirn in den Körper und wieder zurück geschickt werden, müssen jedoch am Atlas vorbei. Auch der Kern des Trigeminusnerves verläuft durch den gesamten Hirnstamm bis in das obere Rückenmark. Laut dem Autor und Chiropraktiker Larry Arbeitmann können die Schmerzen bei einer Trigeminusneuralgie nicht nur durch Verletzungen des Nerves im Gesicht, sondern auch durch Schäden im zentralen Trigeminalsystem ausgelöst werden. Dieses befindet sich im oberen Rückenmark und dem pontomedullären System im Hirnstamm.

Verschiedene Techniken

Erschütterungstraumen sollen daher Nervenbahnen verletzen können, wodurch sich am Ende der Nervenfasern im Gesicht eine Trigeminusneuralgie – sofort oder über mehrere Jahre – entwickeln kann. So heißt es zumindest in der Veröffentlichung des „Facial Pain Association“-Magazins. Spezialisierte Chiropraktiker sollen jedoch diese Störungen und Verlagerungen der oberen Halswirbel korrigieren bzw. „justieren“ können. Einige Behandler benutzen dabei nur ihre Hände, andere verschiedene Instrumente, wiederum andere ergänzen die Behandlung mit Elektrostimulation oder Kälte- bzw. Wärmebehandlungen.

Während der Behandlung sollte der Patient nur milde Vibrationen oder leichtes Klopfen spüren, hoher Druck oder Kraft sind dagegen nicht erwünscht. „Die Justierung der oberen Halswirbel soll sich ähnlich anfühlen, als wenn eine Krankenschwester den Puls misst“, erklärt Larry Arbeitmann.

Nutzen der Chiropraktik

Bis heute wurden keine klinischen Studien zu dem Thema Chiropraktik bei Trigeminusneuralgie publiziert. Allerdings wird in dem Artikel eine Pilotstudie aus dem Jahr 2000 vorgestellt, an der acht Patienten mit Trigeminusneuralgie teilgenommen haben sollen. Nach der ersten Wirbelsäulenjustierung verschwanden bei zwei der Teilnehmer die Beschwerden und traten auch in den folgenden acht Wochen (Studiendauer) nicht mehr auf. Bei den restlichen sechs Patienten verbesserten sich die Beschwerden innerhalb der ersten vier Wochen um durchschnittlich 70 Prozent. Quellenangaben zu der Studie sucht man allerdings vergeblich. Larry Arbeitmann schreibt des Weiteren, dass er – gemeinsam mit seinen Kollegen – die Erfahrung gemacht hätte, dass 73 Prozent von insgesamt 68 behandelten Patienten mit Trigeminusneuralgie schmerzfrei waren. Bei 21 Prozent verbesserten sich die Beschwerden und bei nur sechs Prozent blieb die Chiropraktik erfolglos.

Chiropraktik – ja oder nein?

Chiropraktische Interventionen haben bei einer Trigeminusneuralgie keinerlei Stellenwert, so Axel Heinze. Der Nervenschmerz entstehe, wenn der Nervus trigeminus entweder durch Druck, traumatisch oder eine Entzündung geschädigt sei. Er könne durch keine Manipulation beeinflusst werden. Problematisch sei auch, dass in dem Artikel nicht zwischen Gesichtsschmerz und Trigeminusneuralgie unterschieden wird. „[…] Der lesende Patient (wird) im Glauben gelassen, jede der beworbenen Maßnahmen wäre zur Behandlung jedes Gesichtsschmerzes geeignet. Manipulationen an der Halswirbelsäule können einen zervikogenen Kopfschmerz beeinflussen, der sich in Gesichtsschmerzen äußern kann. Für eine Trigeminusneuralgie sind sie völlig sinnlos,“ erklärt Axel Heinze.

Neurochirurg Steffen Rosahl sieht das ähnlich. Einige Formen der atypischen Trigeminusneuralgie können vielleicht auf chiropraktische Verfahren ansprechen. „Generell muss man allerdings auch sagen, dass diese Patienten oft auch deshalb leiden, weil die Schmerzen bis zur Chiropraxis keiner bessern konnte und ihnen dadurch kein Mensch mehr Aufmerksamkeit und Mitgefühl geschenkt hat. Insofern ist hier auch ein erhebliches mentales Potenzial der Behandlung vorhanden.“

 
 
 35 Kommentare:

Es macht durchaus Sinn, bei Patienten mit Trigeminusneuralgie alle möglichen Auslöser in Betracht zu ziehen: Eine meiner Patientinnen mit Trigeminusneuralgie (besonders häufige Anfälle bei Kälte im Gesicht, oder Kaubewegungen) schickte ich auch zum Zahnarzt mit der Bitte um eine Übersichtsaufnahme. Es zeig-ten sich auf einer Seite 7 Anlagen von Weisheitszähnen. Da dieser Patientin keine bisherige Therapie geholfen hatte, und sie schon häufiger wegen der Schmerzen arbeitsunfähig war, hofften wir auf eine operative Entfernung dieser zu vielen Weisheitszahnanlagen. – Der einwöchige Aufenthalt in der Klinik hat sich gelohnt: Kurz darauf war die Trigeminusneuralgie für immer verschwunden. Trigger muss wohl über den n. alveolaris oder mandibularis gelaufen sein. — Es ist eigentlich egal, der Patientin hat’s geholfen, und das zeigt, dass man bei vielen Erkrankungen auch mal „um die Ecke“ denken muss.

@32: Sehr geehrter Herr Dr. Hopmann, Sie schreiben: “Die Erkrankung ist für die Betroffenen äußerst quälend (man stelle sich eine nicht endende Zahnwurzelbehandlung ohne Lokalanästhesie vor)” und konstatieren andererseits apodiktisch: “Die Trigeminusneuralgie ist eine Erkrankung des V. Hirnnerven, seines Kerngebiets oder seiner Austrittsstelle am Hirnstamm und hat nichts mit Zähnen, Kiefer, Halswirbelsäule zu tun.”
Finden Sie nicht aus, dass Sie sich damit widersprechen? Oder anders gefragt: Gehört der Zahnnerv zum N. trigeminus oder nicht? Es soll Anatomiebücher geben, bei denen der N. trigeminus nicht mit den Zähnen verbunden ist, was völlig verquer ist. Auch die Tatsache, dass Ihnen “Presskräfte” so dubios erscheinen, dass sie sie mit einem Fragezeichen hinterfragen, weist doch auf fachliche Defizite hinsichtlich des Phänomens “Bruxismus” hin, bei dem das zwei- bis dreifache des normalen Kaudrucks auf Zähnen und Nervenstrukturen lastet, was nicht folgenlos bleiben kann.

Genau deshalb sollte unbedingt ein Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie hinzugezogen werden, nicht zu verwechseln mit einem Zahnarzt für Oralchirurgie.

Egal was hier, mehr oder weniger wüst, über Kiefer, Hals, Presskräfte (?), “Wirbelsäulenverschiebungen” und sonstiges aus der Erfahrung der Beteiligten in die Debatte geworfen (teilweise auch zusammenphantasiert) wird: die Trigeminusneuralgie ist eine Erkrankung des V. Hirnnerven, seines Kerngebiets oder seiner Austrittsstelle am Hirnstamm und hat nichts mit Zähnen, Kiefer, Halswirbelsäule zu tun. Es gibt klare Diagnosekriterien und eine ganz bestimmte Gestalt dieser Erkrankung (Alter des Pat., tic doloreux, Triggerbarkeit, Auftreten in V2 und V3…) die man klinisch erkennen kann. Mit technischen Zusatzuntersuchungen müssen bestimmte Differentialdiagnosen ausgeschlossen werden. Dazu gehören insbesondere natürlich alle anderen Formen von Gesichtsschmerz, insbesondere symptomatische Formen bei Sinusitis, Kiefer- oder Zahnerkrankungen etc.
Die Erkrankung ist für die Betroffenen äußerst quälend (man stelle sich eine nicht endende Zahnwurzelbehandlung ohne Lokalanästhesie vor) und nicht immer leicht zu behandeln, zumal die wirksamsten Medikamente auch viele Nebenwirkungen haben können und (definitionsgemäß und immer!) ältere Menschen betroffen sind. Ferner gibt es chirurgische und radiologische Therapieverfahren (Gamma- Knife). Bei manchen Patienten hilft das alles auch in Kombination nicht, was großes Leid nach sich zieht. Die Herausforderung besteht darin, unsere Behandlungsmethoden zu verbessern. Dafür ist aber die allererste Voraussetzung, dass eine korrekte Diagnose gestellt wird. Dies können aufgrund ihrer fachlichen Schwerpunkte Neurologen und vielleicht noch HNO- Ärzte. Heilpraktiker verfügen nicht über die Fachkompetenz, eine solche Diagnose zu stellen und von anderen Erkrankungen abzugrenzen, wie unten schön illustriert wurde. Den Patienten ist nicht geholfen, wenn die Behandler nicht in der Lage sind, die Trigeminusneuralgie von anderen Schmerzen an Kopf, Hals und Gesicht abzugrenzen und sie deshalb mit fragwürdigen und sogar invasiven, potentiell schädlichen Behandlungen traktieren.

Christian Wolff
Christian Wolff

Sehr geehrter Herr Kollege Stute, ich kann mir das auch andersherum und vielleicht sogar als fehlerhaften Regelkreis vorstellen: dass (einseitig) die pterygoidale Muskulatur verkürzt aufgrund eines fehlerhaften inputs seitens der Kopfgelenke und anderweitig segmental. Damit ließen sich die v.a. variablen Occlusionsstörungen erklären. Und andersherum: durch die einseitige Verkürzung der pt.-Mm. die Fehlstellung des Atlas. Beides zusammen oder unabhängig voneinander.
Noch eine Frage an Sie: Knirschen die Menschen habituell im Schlaf, treten nicht nur vertikale Beiß- = Presskräfte auf, sondern auch (frustrane) Seitwärtsverschiebungen. Bei zwei fest zusammengepressten Flächen wäre dieses ein isometrisches Aufbautraining für die Pterygoidal-Muskulatur per excellence. Viel Platz zum Hypertrophieren hat sie jedoch nicht. Wo sollte sie denn hin ? Sehen Sie einen Artikel in Ihren Zeitschriften, dann publizieren Sie das einmal hier ! Das Thema ist interessant ! M.f. G. !

Heilpraktiker78
Heilpraktiker78

Guten morgen Herr Wolff, ich als Heilpraktiker bedanke mich sehr herzlich für Ihren Kommentar. Sie haben es auf den Punkt gebracht worauf es ankommt. Es gibt die Medizin und die Heilkunst. Beides gehört untrennbar zusammen, sonst wird aus dem Konzert ein klägliches Krächzen.
Das Beispiel mit dem Piano finde ich sehr passend.

dr. med.dent. Wolfgang Stute
dr. med.dent. Wolfgang Stute

über 80% aller Wirbelsäulenverschiebungen manifestieren sich im Zahnstand u. der Veränderung der 3-D-Lage des Unterkiefers zum Oberkiefer .
Sie lassen sich mit einem einfachen Blick auf die Zähne erkennen :
sind die Zahnachsen verschoben und .oder liegen die Lippenbändchen (Uk/Ok)auf einer senkrechten Achse ? Liegt eine Gesichtsasymmetrie vor -Deviation des Unterkiefers- wie eine Verschiebung des Kinns nach links o. rechts ? ( sog. Stute-Cross-Syndrom )

dr. med.dent. Wolfgang Stute
dr. med.dent. Wolfgang Stute

über 80% aller mir von Neurologen, Allgemeinärzten zugewiesenen Trigeminusneuralgien ware eigentlich Trigeminusneuritiden; ausgelöst durch
Störungen im Odonton eines Zahnes.Wenn eine Lokalanästhesie zur temporären Schmerzbeseitigung führt ,ist dieses gegeben u. erfordert das Auffinden entzündlicher ,Prozeße u./o. das Ausschalten kritischer Zahnersatz-, bzw Füllungsmaterialien. Das Umfluten der Nervenwurzel dürfte sicherlich die Neuraltherapie meinen .Die Verwendung von Procain,Meaverin ,Hylase bringt schnelle Klärung u. Hilfe ,inbes. bei Intraligamentärer o. Intraossärer Injektion.
Nerv/Gefäß-Irritationen traten in hohem Prozentsatz mit strukturellen Problemen auf wie Beckenfehlstand,Beinlängendifferenz,Atlas-Axis-Verschiebungen .

Christian Wolff
Christian Wolff

Sorry, ich bin HNO-Arzt und Chirotherapeut. Der Patient vertraut mir ( und bezahlt mich) dafür, dass ich ihm helfe, sein Problem zu lösen. Er zahlt nicht dafür, dass ich wissenschaftliche Ideologien erfülle oder sonstige Kopfgeburten veranstalte. Es gibt nur einen, der weiß, ob ihm eine Therapie geholfen hat oder nicht, das ist der Patient. Ob wissenschaftlich geprüft wurde, ob das auch bei So-und-So-Viel anderen reproduzierbar hilft, ist für ihn völlig irrelevant. Es geht um seine Chance, und die darf ihm keiner ausreden. Soweit, so ethisch vollkommen klar und logisch.
Chirotherapie hat einen Nachteil: die Qualität des Therapeuten ist variabel, er braucht trotz aller Verschulungsversuche eines: Talent. Genau wie ein Pianist. Somit ist die Chirotherapie in der (Heil-) Kunst unterzubringen, die es Gott-sei-Dank immer noch gibt. Wir alle wissen, dass der Wissenschaftler stets dem kreativen Künstler hinterher läuft. Sei es als Sprach- oder Musikwissenschaftler, sei es als Mediziner, als Biologe oder was auch immer. Der Verzicht auf die Heilkunst würde vergleichenderweise bedeuten, dass ein Pianist sich schwört, nur die weißen (evidenzbasierten) Tasten beim Konzert zu benutzen. Na… dann mal viel Erfolg.
Ich kann aus meiner langsam zu Ende gehenden Berufserfahrung sagen: wir haben etliche Trigeminusstörungen einschließlich Neuralgien kurieren können. Einen Fall erinnere ich, als einem Patienten die unteren Zähne wegen Schmerz extrahiert werden sollten. Es war ein cervicogener Zahnschmerz ! Da kommt man nicht so ohne Weiteres drauf !
Der Patient hat seine Zähne immer noch … Man kann in solchen Fällen sagen, dass es ein “Muss” sein sollte, die Patienten zu virtuosen Chiro-Diagnostikern und Therapeuten zu schicken, bevor man sich zu OP-Empfehlungen oder anderen, die physiologischen Originalfunktionen außer Gefecht setzenden, Therapievorschlägen entscheidet. Man erhält dabei zusätzlich diagnostische Informationen; lässt sich das Ziel erreichen, ist Cervicogenese bewiesen. Rezidive sind wahrscheinlich , es gilt dann, nach Auslösern zu suchen. Leitlinien hin oder her. Merkwürdig hierbei: Bei den Atlasblockaden liegt die C0-Blockade fast immer rechts, die C1-Blockade links. C5 links scheint die resultierende Fehlstellung zu kompensieren. Oftmals sieht man das in einfachen AP-Röntgen-Aufnahmen an der Stellung der Dornfortsätze. Liegt eine solche Haltung vor, dann muss man sich fragen, warum. Es ist dann mit einer Beckenverwringung zu rechnen. Meist ist das rechte Bein dann (scheinbar) einige cm länger.
Bei Steilstellungen an unbewusste Konflikte / Agressionen denken! Man kann auch Ideen entwickeln und diesen nachgehen: z.B. ob abdominelle Rotationsvorgänge in der Embryonalzeit mit Reizzuständen in den Organaufhängungen diese Atlas-Fehlstellungen kompensatorisch bedingen (??) . Die Seitendominanz ( s.o.) lässt solche Gedanken aufkommen. Es gibt viel zu erforschen ! Packen wir´s an !
Die Therapie wäre dann und in diesen Fällen ganz einfach .

Dr. Gerhard Ernst
Dr. Gerhard Ernst

Dr.-Ing. Gerhard Ernst
Lebensmittelverfahrensingenieur.
soeben las ich obigen Artikel. Vor 9 Jahren erkrankte ich an Trigeminusneuralgie.Im Jahr 2008 war ich ein Patient mit den Schmerzen,wie sie ihn als typisches Bild im Artikel zeigen.Ich wurde von “meiner” Ärztin mit dem Goldenen Standard der Wahl…..mit Carbamazepin therapiert: Ergebnis nach monatelangen Schmerzen der Schmerzstufe 10 : Keine Schmerzlinderung, keine Heilung des Nervs, trotz Goldstandard. Die Nebenwirkungen waren gewaltig schlimm!
Hoffentlich erkranken Sie niemals an Trigeminusneuralgie. “Nur Gebärende können über die Schmerzen einer Geburt berichten,alle Anderen reden nur scheinklug darüber”,sagten mir meine früheren Geschäftsfreunde in Indien und China.
Weil ich Angst hatte,dass bei einer OP mit Mikrohäkchen Röllchen aus Teflonwatte zwischen Nerv und Arterie geschoben werden und ich bereits eine Radikal-OP auf Leben und Tot (nach Caldwell-Luc) vereiterter Kiefer-und Stirnhöhlen überlebt habe, fand ich eine Medizintechnik ,die WeWoThom Premium heißt, nunmehr seit vielen Jahren erfolgreich angewendet wird und nach dem Hoch-Ton-Frequenz-Prinzip arbeitet
Ergebnis: 2008 waren nach 2 Stunden die Wahsinnsschmerzen weg! Nicht nur meine Schmerzen sind weg,sondern ich kann Ihnen noch viele Menschen nennen,die ebenfalls schmerzfrei therapiert worden sind und therapiert werden.
Mein Rat in Auswertung Ihres Artikels: Sollten Sie selbst an Trigeminusneuralgie (hoffentlich niemals!) erkranken,dann sprechen Sie mit mir oder den zahlreichen, mit HTFT-therapierten Menschen. Mit grosser Wahrscheinlichkeit müßten Sie dann nicht mehr von Ihrem Kollegen mit Mikrohäkchen und Teflonwatte blutig operiert werden.
MfG Dr. Gerhard Ernst

@23: Es ist ja immer schön, wenn eine Therapie schnell zur anhaltenden Besserung führt. Hier hat eine Infiltrationsbehandlung an den Nervenwurzeln im Bereich Auge, Ohr und Schädel zur Schmerzfreiheit geführt. Wir wissen jetzt nicht, womit infiltriert wurde, wir wissen aber, dass vermutlich nach wie vor eine Zyste im Oberkiefer der Patientin vorhanden ist, die erfahrungsgemäß sich eines Tages bemerkbar machen dürfte.

Mit dem Satz “Ich bin der Naturheilkunde nicht abgeneigt, aber die Trigeminusneuralgie gehört eindeutig in die Hände eines soliden und erfahrenen Mediziners” werden pauschal alle naturheilkundlichen Behandler als unsolide und unerfahren abgestempelt, dem ist zu widersprechen.

Wowon Dr. Lechner (#21) schrieb, ist ein Behandlungsansatz, der mangels Wissen und Erfahrung nur bei einer kleinen Minderheit von Zahnärzten überhaupt bekannt ist, obwohl die Hintergründe und die Berechtigung dieses therapeutischen Ansatzes mittlerweile gut dokumentiert sind.

Die Autoren des Artikels scheinen nicht ausreichend recherchiert zu haben, um sich vor dessen Abfassung darüber zu informieren, was schon das eigene Fachgebiet zu bieten hat bei Trigeminusneuralgie. Somit erscheint dem Leser die kritische Einschätzung anderer Fachgebiete durch diese Autoren als fragwürdig. Schon seit den 1950er Jahren gibt es, anfänglich von schwedischen Neurochirurgen entwickelt, die Strahlenchirurgie. Längst weltweit etabliert, wird sie in den technischen Realisierungen Gamma Knife und CyberKnife erfolgreich eingesetzt – fast immer durch Neurochirurgen. Das gilt auch bei Trigeminusneuralgie. Zahlreiche Zentren für Strahlenchirurgie gibt es weltweit – sogar eines auf dem Campus des Helios Klinikums in Erfurt. 1000fach wurde bisher weltweit durch Neurochirurgen Patienten mit der Diagnose Trigeminusneuralgie durch die Behandlung mit Strahlenchirurgie geholfen. Für mich ist erfreulich, dass diese mit Strahlenchirurgie handelnden Neurochirurgen durch den Einsatz von Gamma Knife oder CyberKnife in erster Linie ihren Patienten gefahrlos helfen. Dabei bevorzugen sie eine für Patienten komfortable, weil schnell, sicher und schmerzfrei anzuwenden. Eine Behandlung dauert meistens weniger als 60 Minuten und erfolgt ambulant. Aber vielleicht ist letzteres schon weider ein zu hoher Tellerrand, als dass man ihn überschauen könnte.

Katerina Duschanek
Katerina Duschanek

Einst Betroffene/ meine Erfahrung

Es war für mich sehr interessant hier viele Meinungen zu erfahren. Ich glaube, als Betroffene, kann ich auch zum Thema “Trigeminusneuralgie” beitragen. Wenn man einmal diesen Schmerz erlebt hat, vergisst man den überhaupt nicht. Enttäuschend war für mich allerdings, dass die Ursache für meinen fürchterlichen einseitigen Kopfschmerz nicht gleich erkannt wurde, auch nicht in der neurologischen Ambulanz des Klinikum Großhadern in München. Hier wurde ich nur zum Ausschluss des Schlaganfalls untersucht. Dabei war das Beschwerdebild von Anfang an mehr als deutlich: zuerst verstopfte sich der Tränenkanal im rechten Auge und schmerzte sehr, zwei Tage später bekam ich einen starken Schmerz im rechten Ohr, der vom HNO-Arzt nicht erklärt werden konnte. Danach folgte fürchterlicher Kopfschmerz…Eine CT-Kopf zeigte eine Zyste im re.Oberkiefer, die alle beteiligten Mediziner für die Ursache des Kopfschmerzes hielten. Die Therapie der Wahl war eine Kiefer-Op, mit der ich nicht einverstanden war. Nachdem aber auch ein Neurologe ratlos war, habe ich mich entschieden selbst zu handeln. Ein bekannter Radiologe Dr.Dr.Richard Westhaus (München) hat nach ausführlicher Analyse meiner MR-Kopfuntersuchung, die ich selbst bezahlt habe, und Beratungen mit seinen Kollegen den Verdacht geschöpft und Behandlung mit Infiltration von Nervenwurzeln im Bereich des Auges, des Ohres und des Schädels unter CT vorgeschlagen. ich stimmte zu und bezahlte auch die Therapie selbst. Nach zwei Tagen war ich völlig beschwerdefrei. Diese Geschichte passierte 2012 in München. Ich bin der Naturheilkunde nicht abgeneigt, aber die Trigeminusneuralgie gehört eindeutig in die Hände eines soliden und erfahrenen Mediziners. Obwohl man wirklich Glück und gesunden Menschenverstand bei der Wahl des Arztes haben soll und bereit sein die evtl. Mehrkosten für die Behandlungen selbst zu tragen. Ich wurde geheilt durch die “Schulmedizin” und nicht durch die Naturheilkunde.

Karl Konrad Bsc, Msc, cand.PhD
Karl Konrad Bsc, Msc, cand.PhD

Eine Frage: Wurde bereits untersucht wie hoch die Prävalenz des Konfliktes zwischen der Arteria cerebelli superior und dem Nervus trigeminus bei Patienten ohne Trigeminus Symptomatik ist?
Soweit ich weiß gibt es hier keine ausreichende Untersuchungen. Sollte dem so sein, handelt es sich bei der Aussage “die Trigeminusneuralgie wird von dem Konflikt zwischen der Arteria cerebelli superior und dem Nervus trigeminus verursacht” um eine unüberprüfte Hypothese. Denn nur aus dem Fakt, dass diese Behandlung wirksam ist, kann keine kausale Auskunft zur Krankheitsursache getroffen werden.
Nehmen wir einmal an, dass diese Anatomischen gegebenheiten auch bei Menschen ohne Trigeminusneuralgie häufig verbreitet sind, dann stellt sich die Frage, warum der Nerv auf diese Begegnung mit dem Gefäß nun plötzlich empfindlich reagiert…

Nun möchte ich zum Schluss auch noch eine Hypothese anstellen: Diese Überempfindlichkeit des Nerven gegenüber dem Kontakt mit dem Gefäß könnte durch eine (unterschwellige) lokale vegetative dysregulation verursacht werden. Das wiederum würde auch die (angebliche) Wirksamkeit von Chiropraktik, Akupunktur und physikalischen Therapieverfahren erklären.

Dr.DR. (Phd_UCN) Johann Lechner
Dr.DR. (Phd_UCN) Johann Lechner

Dr. Dr. (PhD-UCN) med.dent. J. Lechner
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Es verwundert immer wieder, dass beim Thema atypischer Gesichtsschmerz/Trigeminusneuralgie (AtGS/TrigN) nie der Name „NICO“ (Neuralgia Inducing Cavitaional Osteonecrosis) auftaucht, der bereits 1989 von Prof. Bouquot eingeführt wurde und in zahlreichen wissenschaftlichen Beiträgen publiziert wurde. Bei „NICO“ handelt es sich klinisch um eine anerkannte aseptisch-ischämische Osteonekrose als Bestandteil des ICD-10 unter M87.0 (Avaskuläre Knochennekrose/ Idiopathische aseptische Knochennekrose). Natürlich ist die Reihenextraktion von Zähnen der falsche Weg einer zahnärztlichen Intervention, da sich „NICO“ im Medullarraum der Kieferknochen selbst abspielt. Die moderne Zytokinforschung zeigt aber über das proinflammatorische Chemokin RANTES/CCL5 einen therapeutischen Weg, den wir seit Jahren in unserer Praxisklinik bei AtGS/TrigN in vielen verzweifelten Fällen (auch nach Versagen von Jannetta Operationen) erfolgreich durchführen: Die Kürettage fettig-degenerativ veränderten Spongiosaanteile, die als inflatorisches RANTES/CCL5 Reservoir dienen. Man muss also den gestörten Knochenmetabolismus im Kiefer als kausalen Faktor von AtGS/TrigN betrachten. PubMed indexierte Arbeiten von uns mit Infos zu diesem Aspekt unter http://www.hindawi.com/journals/ecam/2015/582520/ Link in PubMed: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26170877 Oder zur RANTES/CCL5 Überexpression im Kieferknochen unter: http://www.dovepress.com/articles.php?article_id=12842&l=bBexMykzNGYEHIPfWZ1MT6xu198194 Link in PubMed :http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23637551

Man ist wieder fassungslos über einige Kommentare. Ich glaube keiner “Trigeminus-Diagnose”, wenn sie nicht von versierten Neuro-Ärzten erhoben worden ist. Es gibt allein ca. 10 ernstzunehmende Differentialdiagnosen (bis hin zum idiopathischen Gesichtsschmerz). An Carbamazepin verdient kaum eine Pharma-Firma noch Geld (Tages-Therapiekosten vielleicht 0,40 €). Eine OP nach Janetta erfordert einen spezialisierten Neurochirurg mit einer Berufserfahrung von sicher 10 J.. Es macht glaube ich keinen Sinn in diesem Forum diese Dinge mit “Gästen” überhaupt zu diskutieren. Nur noch einen Hinweis: in (nur) 29% der Fälle sistiert übrigens die Trigeminus-Neuralgie spontan nach einer Episode. Egal wer sich daran zu schaffen gemacht hat.

dr. med.dent. Wolfgang Stute
dr. med.dent. Wolfgang Stute

hallihallo—–DOCCheque

ich denke , es ist langsam an der Zeit über Gastkommentare nachzudenken ; sei es des mangelhaften Kenntnisstandes wegen oder der mangelhaften Zivilcourage, sich namentlich anzumelden .inbes. wenn persönliche Angriffe erfolgen !!

…schon der Begriff “Chiropraktische Interventionen” zeugt von Unkenntnis.
Für mich ist dieser reißerisch aufgemachte Artikel nichts weiter als Stimmungsmache.
Guten Abend.

Lieber Herr Kollege Müller, das bezweifle ich sehr. Dafür gibt es nach meiner Kenntnis auch wissenschaftlich keine vernünftige Evidenz (sonst wäre die Methode selbstverständlich auch in der Leitlinie der DGN verankert). Die im obigen Artikel erwähnten Behandlungsmethoden sind hingegen nachgewiesenermaßen wirksam, vgl. auch hier die Leitlinie der DGN. Sie sollten die Patienten, bei denen Ihre “Wer-heilt-hat-Recht”- Verfahren so erfolgreich sind, besser zu einem Facharzt für Neurologie überweisen, da die Diagnose “Trigeminusneuralgie” höchstwahrscheinlich in diesen Fällen nicht stimmt.

Dr. med. Lutz Müller
Dr. med. Lutz Müller

Als Arzt für Akupunktur und Naturheilverfahren kann ich bestätigen, dass die Akupunktur bei Trigeminusneuralgie durchaus Erfolg hat. Ein Alleinstellungsmerkmal sollte keine Methode für sich beanspruchen. Letztendlich gilt aus Sicht der Betroffenen der Satz: wer heilt hat Recht.

Dr. med. Rainer tollkötterr, Ass Jur
Dr. med. Rainer tollkötterr, Ass Jur

Es gibt kein” Schulmedizin” sonder nur ein Medizin und Nicht-Medizin

Gast
Gast

#13: Dann lag ja aber das Problem offensichtlich nicht am Hirnnerv, sondern am z.B. am Kiefer. Darum geht es doch in den meisten Kommentaren.

Charlotte Averdieck
Charlotte Averdieck

Ich bin über den Artikel und über einige Kommentare überrascht , ich habe mehrere Jahre unter einer sehr schweren diagnostizierten Trigdminusneuralgie gelitten und wurde schulmedizinisch konservativ behandelt , bis ein HNO Arzt in der Schweiz mir empfohlen hat meine überkronten Zähne korrigieren zu lassen . Mit der ersten zur Überbrückung angefertigten Aufbissschiene war ich beschwerdefrei

Sehr geehrter “Gast”. Woher wollen Sie wissen, womit ich mich “ernsthaft auseinandergesetzt” habe und welche Methoden ich anwende oder gelten lasse? Können Sie das meinen Anmerkungen unten irgendwie entnehmen?
Hier geht es um die korrekte Diagnose und Zuordnung eines sehr gut bekannten neurologischen Krankheitsbildes mit klaren konsentierten Diagnose-, Differentialdiagnose- und Behandlungskriterien. Dafür gibt es in unserem Gesundheitswesen Fachärzte für Neurologie. Ich blicke zufällig auf 24 Jahre Berufserfahrung auf diesem Fachgebiet zurück und habe u.a. sehr viele Patienten mit Trigeminusneuralgie behandelt. Meinen Sie nicht, dass ich mir darüber vielleicht doch ein Urteil bzw. einen Kommentar erlauben dürfte?

Gast
Gast

Sehr geehrter Herr Hopmann,
Sie sollten über nichts urteilen, womit Sie sich nicht ernsthaft auseinandergesetzt haben. Es wäre doch sinnvoll und schon längst überfällig, wenn sich Schulmedizin und Komplementärmedizin zum Wohle der Patienten zusammen tun und auch positive Erfahrungen mit – im Moment noch! – “wissenschaftlich” nicht erklärten Methoden gelten lassen!

Gast
Gast

@#7 Was verstehen Sie denn unter “Typen von Trigeminusneuralgien” die sie da mit Zahnschienen und Physiotherapie “behandeln”? Es gibt einerseits die “klassische”, andererseits “symptomatische” Formen der Trigeminusneuralgie, z.B. bei MS. Diese Erkrankungen benötigen je nach Ursache eine andere, an der Kausalität orientierte, differenzierte, individuelle Therapie. Mit den Kiefergelenken hat die Trigeminusneuralgie überhaupt nichts zu tun. Auch mal über den Horizont hinausdenken und den Profis abnehmen, dass sie wissen, wovon sie sprechen ;)

Gast
Gast

Nur – sind das dann wirklich Trigeminusneuralgien? Im übrigen ist bekannt, daß zumindest ein Teil der chiropraktischen Manipulationen an der HWS durchaus auch riskant sein können.

Gast
Gast

@#4
Niemand stellt die Chiropraxis in Frage. Man stellt die Diagnose in Frage.

Lesen —> Denken —> Posten.

Jens Nicolay
Jens Nicolay

Sehr geehrte Kollegen,

auch mal über den Horizont hinausdenken und die Kiefergelenke untersuchen, Besuch beim (ja, “fachfremden”) Zahnarzt empfehlen.

Ich behandele einige Typen von Trigeminusneuralgien sehr erfolgreich mit Aufbissschienen und leichter Physiotherapie / Osteopathie.

Patienten sind keine Autos. Und – man kann sie glücklich machen :)

@#4
Bitte ersparen Sie der geneigten Leserschaft doch dieses langweilige Geschwafel und die herabwürdigenden pseudobetroffenen Stereotypien. Dafür gibt es sicher reichlich andere Websites für Ärztehasser, Pharmalobby- Paranoiker und Zuckekügelchenfans.

Annika Diederichs
Annika Diederichs

Infrage wird eher gestellt, ob bei diesen Patienten wirklich eine Trigeminusneuralgie vorlag. Ich verstehe den Beitrag so, daß er das Fehlen von kontrollieren Studien zu chriopraktischen Anwendungen bei Trigeminueneuralgie und anderen Erkrankungen mit Gesichstsschmerz anmahnt.

Eva Stiegele
Eva Stiegele

Die Arroganz der Ärzte ist hier mal wieder grenzenlos! Wie kann man davon sprechen, dass die Chiropraktik keinen Stellenwert bei der Behandlung der Trigeminusneuralgie besitzt, wenn in Studien (die nicht von der Pharmaindustrie finanziert wurden – da kann man sicher lange drauf warten) von einer Erfolgsquote von 70 Prozent und mehr die Rede ist.
Hat da jemand Angst, dass ihm das Wasser abgegraben wird? Oder steht gar unter der Fuchtel der übermächtigen Lobby?
Schade eigentlich, denn es sollte ja eigentlich um das Wohl der Patienten gehen. Wer heilt, hat Recht. Zumindest in der Theorie.

Sehr geehrte Frau Kollegin Schröder,
was sie da behaupten ist Unsinn und gehört deshalb auch genau als solcher dargestellt. Alle von Ihnen genannten “Therapien” sind typische Pseudobehandlungen, die bei der echten Trigeminusneuralgie weder in Studien, noch nach neurologischer Erfahrung wirksam sind. Das gilt genauso für Akupunktur und Schröpfen. Angesichts des Pathomechanismus muss man sich auch nicht groß fragen, warum manuelle oder physikalische Behandlungen am Hals nicht helfen, wenn die Erkrankungsursache am Hirnnerven zu finden ist, oder? Das alles hat bei dieser Erkrankung nicht einmal Placeboeffekt. In den Fällen, in denen die genannten “Therapien” wirksam sein sollen, stimmt in der Regel die Diagnose nicht. Deshalb sollten Patienten mit einseitigem Gesichtsschmerz immer von einem Facharzt für Neurologie untersucht und behandelt werden.

Sehr geehrte KollegInnen, aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen mitteilen, dass vorsichtige Chirotherapie, Atlastherapie nach Arlen und Neuraltherapie helfen können. Schade, dass solche Therapien hier so in Frage gestellt werden.

Gast