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Jede sechste Krebserkrankung wird von Infektionen verursacht, die größtenteils vermeidbar oder behandelbar wären. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die im Fachjournal „Lancet Oncology“ veröffentlicht wurde.

Auslöser können dabei Helicobacter pylori, Humane Papilloma- oder Hepatitis-Viren sowie andere Erreger sein. „Infektionen mit bestimmten Viren, Bakterien und Parasiten sind eine der größten und vermeidbaren Ursachen von Krebs weltweit“, schreiben die Autoren.

Von 12,7 Millionen Krebsfällen jährlich würden zwei Millionen durch Keime verursacht, heißt es in der Studie. Das sind entsprechend 16 Prozent. Die Forscher von der International Agency for Research on Cancer in Lyon hatten Statistiken über 27 Krebsarten aus 184 Ländern analysiert.

Der Anteil der durch Infektionen ausgelösten Krebserkrankungen liegt in den ärmeren Ländern mit 22,9 Prozent dreimal höher als in Industrieländern mit 7,4 Prozent. Insgesamt liegt die Spanne zwischen 3,3 Prozent in Australien und Neuseeland und 32,7 Prozent in afrikanischen Ländern südlich der Sahara.

Mit vorbeugenden Maßnahmen wie Impfungen, sichereren Injektionstechniken und Antibiotika könnten bedeutende Effekte im Kampf gegen den Krebs erzielt werden, heißt es in der Studie. Vor allem Infektionen durch HPV, Helicobacter oder Hepatitis B- und C-Viren seien vermeidbar oder behandelbar. Diese vier Infektionen zusammen seien hauptverantwortlich für 1,9 Millionen Krebsfälle jährlich – wie Magen-, Leber- oder Gebärmutterhalskrebs.

Die absolute Zahl der Krebsfälle durch Infektionen sei seit 1990 um etwa eine halbe Million gestiegen, der Anteil an der Gesamtzahl der Krebsfälle mit 16 bis 18 Prozent aber gleich geblieben.

Quelle: dpa/APOTHEKE ADHOC