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Bei bestimmten Arten von Leukämie entstehen aus einigen wenigen Zellen immer wieder neue Krebszellen. Das hat ein amerikanisches Forscherteam entdeckt. Gleichzeitig gelang es den Wissenschaftlern, bei einer Form des Blutkrebses diese so genannten Krebsstammzellen zu identifizieren.

Das berichten Catriona Jamieson von der Stanford-Universität und ihre Kollegen in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine (Bd. 351, Nr. 7). Die Ergebnisse könnten helfen, eine wirksamere Chemotherapie zu entwickeln, da die Krankheit nur dann geheilt werden kann, wenn die Stammzellen abgetötet werden.

Wissenschaftler kennen Krebsstammzellen bereits bei Brustkrebs und verschiedenen Arten von Gehirntumoren. Auch bei der Leukämieform AML gibt es Hinweise auf solche Zellen, die sich ständig selbst erneuern und dabei neue entartete Zellen hervorbringen können. Jamieson und ihre Kollegen fanden nun bei einer anderen Art der Leukämie, der so genannten chronischen myeloischen Leukämie, ebenfalls Krebsstammzellen. Dazu sortierten die Forscher alle Krebszellen anhand ihrer Oberflächenstrukturen in Untergruppen ein. Anschließend testeten sie bei jeder dieser Gruppen, ob sich die Zellen weiter teilten.

Nur eine Gruppe zeigte dabei die Fähigkeit zur Selbsterneuerung: Die Zellen teilten sich ständig und bildeten dabei sowohl neue Stammzellen als auch reife Blutzellen. Unerwarteterweise ähnelten die Krebsstammzellen jedoch nicht den unspezialisierten Blutstammzellen. Sie glichen vielmehr bereits spezialisierten Vorläuferzellen des Knochenmarks, die eigentlich die Eigenschaft abgelegt haben, sich ständig zu teilen. Was die Krebsstammzellen jedoch von diesen Zellen unterschied, war ein bestimmtes Eiweißmolekül im Kern, das normalerweise nur während der Entwicklung des Embryos produziert wird.

Dieses Eiweiß, so die Forscher, sei wahrscheinlich die Hauptursache dafür, dass sich die Zellen immer wieder teilen können. Wurde es blockiert, waren die Zellen nicht mehr in der Lage, sich selbst zu erneuern. Die Wissenschaftler hoffen nun, aufgrund dieser Entdeckung Wirkstoffe entwickeln zu können, welche die Wirkung dieses Proteins hemmen.

Ilka Lehnen-Beyel